Der offizielle Klub unter dem Dach der FCI, obwohl die Rasse international noch nicht anerkannt ist | |||
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Wiederherstellung des Ruhmes des Prager Rattler!
Wie sich die Kultur, sozial und wirtschaftliche Gegebenheiten ändern, so ändern sich auch Anschauungen, Vorlieben und Modetrends. Diese Änderungen zeigen sich auch in der Entwicklung, Erhaltung und Beliebtheit von Hunderassen. Das Interesse an manchen Rassen steigt im Laufe der Zeit und beginnt dann wieder zu sinken. Dieser Prozeß wiederholt sich immer wieder. Genauso ist es dem Prager Rattler ergangen, obwohl er nur national und nicht international anerkannt war. Am Tiefpunkt ist er fast in Vergessenheit geraten. Es ist sehr verwunderlich, daß gerade eine rein tschechische Hunderasse mit historischen Wurzeln von tschechischen Hundeexperten so grob vernachlässigt wurde. Die Entscheidung zur Erneuerung und Wiederbelebung dieser Rasse war nicht einfach. Es bedurfte einer sehr gewissenhaften Vorgangsweise, Mitgeholfen haben Veröffentlichungen von inzwischen schon verstorbenen, sehr berühmten tschechischen Hundeexperten, wie Otto Karlik, Theodor Rotter, MVDr. Fr. Dvoracek und vielen anderen, in Fachzeitschriften der zwanziger und dreißiger Jahre, zum Teil auch später. Wesentlich mitgeholfen hat auch der sehr populäre Publizist Emil Jech aus Roztok bei Prag, den geschichtlichen Ursprung des Prager Rattlers zu beweisen. Er hat Geschichtsforschung betrieben und konnte beweisen, daß es bereits unter Vladislav II. eine Rattlerzucht im damaligen Staatsgebiet gegeben hat, welche aber später wiederum in Vergessenheit geriet. Erst unter dem polnischen König Boleslav II. dem Kühnen (1058 - 1080), gewann der Prager Rattler wieder an Bedeutung. Der polnische Chronist Gall Anonym berichtet, daß Boleslav II. zwei tschechische Rattler gehalten hat, die er sehr geliebt hat. Er schreibt unter anderem: „In den Adern unseres Hundes fließt nicht nur polnisches, sondern auch tschechisches und rein slavisches Blut.“ Wahrscheinlich waren diese Rattler ein Geschenk von König Vladislav II. Über drei Rattler tschechischer Abstammung berichtet auch der bekannte französische Historiker Jules Michalet in seinem Buch „Historie de France“. Er schreibt unter anderem von einem lebendigen Geschenk, welches der tschechische König und Kaiser Karel IV. anläßlich eines Besuches, dem französichen König Karl V. im Jahre 1377 als Gastgeschenk mitgebracht hat. Nach seinem Tode im Jahr 1380 hat Karl V. zwei von diesen drei Rattlern seinem zwölfjährigen Sohn Karl VI. hinterlassen. Von König Vaclav IV. (1378 - 1419) erzählt man sich, daß er auf für ihn eigentlich nicht standesgemäße Ausflüge ins Gasthaus „Zum Barbantenkönig“ immer seinen Lieblihngsrattler mitgenommen habe. Der Historiker Professor Weiss beschäftigte sich im Besonderen mit Rudolf II. (1576 - 1611). Er schreibt, daß dieser unter seiner Meute Jagdhunde immer vier Rattler gehalten hat, aus diesen vieren wurden im Lauf der Zeit achtzehn. Es war eine hervorragende Zucht. Prager Rattler nahmen oft teil an fürstlichen und königlichen Festmahlen. Der Prager Rattler war Ausdruck der Selbständigkeit und Unabhängigkeit des tschechischen Volkes. Er war die Zierde von Fürsten- und Königshöfen. Verbreitung fand er als Gastgeschenk an andere Europäische Herrscher. Durch diese gelangte er auch in bürgerliche Schichten. Durch die verlorene Schlacht am Weissen Berg kam es zu einem Niedergang des tschechischen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens für einen Zeitraum von fast dreihundert Jahren. Bedingt durch diesen kulturellen Niedergang hat auch der Prager Rattler als Königshund an Bedeutung verloren und gelangte unter das einfache Volk und überlebte so die nächsten Jahrhunderte bis in unsere Zeit. Die Ironie des Schicksals wollte es, daß sogar auf tschechischen Ausstellungen der urtschechische Prager Rattler, meist sogar Spitzenexemplare, von unfähigen Schiedsrichtern als Deutsche Zwergpinscher bewertet, und daher viel zu klein, meist ausgeschieden wurden. Dies bewirkte beinahe ein Aussterben des Prager Rattlers, da auch das ökonomische Interesse an der Zucht des Rattlers somit zur Gänze wegviel. Theodor Rotter und Otto Karlik ist es zu verdanken, daß der Rattler wieder auferstanden ist. Sie haben erkannt, daß es sich eben nicht um „Minizwergpinscher“ handelt, sondern um den berühmten Prager Rattler. Sie haben die besten der damals vorhandenen Rattler gekauft und mit der Erneuerung der Zucht begonnen. Sie haben auch historisches Quellenstudium betrieben. Leider haben sie bezüglich Registrierung bzw. Anerkennung des Prager Rattlers nur wenig Erfolg gehabt, da es Ihnen nicht gelungen ist sechs Generationen nachzuweisen. Durch die Okupation unseres Staates durch Adolf Hitler wurden die Bemuhungen zur Wiederbelebung des Prager Rattlers wiederum zunichte gemacht. Bedingt durch die Kriegswirren und das darauffolgende kommunistische System hat Theodor Rotter seinen gesamten Besitz, und somit auch seine Dokumentation über den Prager Rattler verloren. Erst in den achtziger Jahren kehrte der Prager Rattler in die tschechischen Familien zurück. Er gewann immer mehr an Beliebtheit. Der Prager Rattler hat in Tschechien eine Jahrhunderte alte Tradition und es ist eine unabdingbare Verpflichtung des tschechischen Volkes diese älteste tschechische Hunderasse am Leben zu erhalten. © VG Ein Geschenk der Könige |
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